Lokales

Hochbegabte Komponistin aus Bad Wilhelmshöhe wiederentdeckt

Luise Greger und ihre musikalischen Werke

Luise Greger war ein begabtes Kind: Mit 5 Jahren erhielt sie Klavierunterricht, schon mit 9 Jahren spielte sie der Zarin in Petersburg vor, mit 11 Jahren begann sie zu komponieren, und hat an der Königlichen Hochschule in Berlin studiert, soll von  Richard Strauß den Titel Komponistin erhalten haben. Luise Greger wurde 1862 in Greifswald geboren, sie war eine Tochter aus gutem Hause. Der Vater Senator, die Familie wohlhabend und angesehen. Ihr Bruder gründet später die Herkules-Brauerei in Kassel. Musik bestimmt das Leben der kleinen und der großen Luise, die später von Weggefährten als groß, stattlich und selbstbewusst beschrieben wird.

Musikalisches Wunderkind spielt sogar für die Zarin Klavier
Nach ihrer Heirat mit dem Berliner Mediziner Ludwig Greger lebt die Familie in Kassel in der Villenkolonie am Mulang in Wilhelmshöhe. Und teilt sich zwei Leidenschaften: Musik und Medizin. Ludwig Greger gründet im Bergpark Wilhelmshöhe ein Sanatorium, ein Vorläufer des heutigen Burgfeld-Krankenhauses, einer seiner Söhne tritt später in seine Fußstapfen und erweitert das Sanatorium zu einer Privatklinik für Chirurgie und Geburtshilfe. Luise Greger komponiert und textet, gibt Musikunterricht und ist ein gern gesehener Gast in den musikalischen Salons der Stadt. In einer großen Wohnung in der Wilhelmshöher Allee (siehe Foto!), pflegt sie ihren eigenen musikalischen Salon.

Bekannte Komponistin und Interpretin in den Salons ihrer Zeit
Die Herausgabe ihrer Werke finanziert sie im Eigenverlag. Über 250 Kompositionen sind es, darunter 100 Lieder, dazu die Märchenoper Gänseliesel. Sie vertont Gedichte, unter anderem von Johann Wolfgang von Goethe und Theodor Storm. Sehr bekannt war einst auf Deutschlands Bühnen ihr Album „18 Lieder für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte“. Mit ihrer kräftigen Alt-Stimme galt sie selbst auch als wunderbare Interpretin ihrer eigenen Kompositionen. Ihr letztes Werk, die Märchenoper Teddy, gilt als verschollen. Doch an einer Universität in den USA wird Luise Greger gerade wieder entdeckt, der Kasseler Furore-Verlag verlegt und betreut ihr Werk.

Gerade wird das Gesamtwerk der Kasselerin wiederentdeckt
1944 stirbt die Kasseler Künstlerin nach Angaben ihrer Familie im Kloster Merxhausen in der Nervenheilanstalt als ein Opfer der Euthanasie. Ihr Werk galt lange als verschollen, doch gerade wird es wieder entdeckt. Einige Stücke wurden bereits uraufgeführt. Besonders in den USA ist das Interesse an der Ausnahme-Künstlerin groß: 2003 gab es dort viele Aufführungen und Veranstaltungen mit Werken der Kasslerin. Luise Greger hat nicht nur mit ihrem musikalischen Werk Spuren in Kassel und der Welt hinterlassen.

Urenkel Dr. Helmut Greger ist Kurarzt in Bad Wilhelmshöhe
Ihr Urenkel, Dr. Helmuth Greger ist Bad Wilhelmshöhe und der Familientradition Medizin und Musik treu geblieben: Er praktiziert als Haus-und Kurarzt und liebt Musik.

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