Porträt

„Es ist enorm, was hier geschehen ist!“

Ehemaliger Ortsvorsteher Konrad Saure blickt nachdenklich zurück und optimistisch nach vorn

Kein Zweifel, Wilhelmshöhe kennt er wie seine Westentasche – damals wie heute. Hier in der Weißensteinstraße stand sein Elternhaus, genau hier ist er auch heute daheim. 80 Jahre wohnen in dem Kasseler Stadtteil und dessen Geschicke 10 Jahre als Ortsvorsteher lenken: Das Leben von Konrad Saure war stets randvoll mit Erinnerungen, aber auch den Blick in die Zukunft hat er sich nie nehmen lassen.
„Es ist enorm, was in Wilhelmshöhe in den letzten 20 Jahren geschehen ist“, lautet seine klare Bilanz.

Mit dem ICE-Bahnhof  und dem Kurbezirk kam eine Wende
Gut könne er sich daran erinnern, wie er als Ortsvorsteher vor vielen Jahren mit einem Einzelhändler über das Für und Wider einer Investition gesprochen habe, als Wilhelmshöhe fast ein „sterbender Stadtteil“ gewesen sei. Doch dann habe der ICE-Bahnhof die entscheidende Wende gebracht und nicht zuletzt auch die Kurhessen Therme den Grundstein für das heutige Bad Wilhelmshöhe gelegt. „Wir müssen den Kurbezirk Wilhelmshöhe weiter entwickeln“, ist Konrad Saure heute überzeugt.
Das war ihm schon als Ortsvorsteher, dessen Aufgaben er von 1993 bis 2003 übernommen hatte, besonders wichtig. „Die Befugnisse eines Ortsbeirats sind nicht besonders groß“, räumt Saure ein, dennoch habe man Wichtiges erreicht oder verhindert.

Ortsbeirat setzt sich für den Stadtteil ein
So zum Beispiel das Großprojekt Marbachshöhe mit auf den Weg gebracht oder sich gegen den Verkauf von Teilen des Schwimmbadgeländes erfolgreich gewehrt. Auch den Erhalt des Stadtteilfriedhofs konnte Saure durchsetzen, initiierte sogar eine Unterschriftenaktion dafür. „Alle waren davon betroffen. Die kleinen Friedhöfe in den Stadtteilen sollten weg und nur die zwei/drei Großen bleiben“, schüttelt Konrad Saure noch immer den Kopf. Dabei sei der Wilhelmshöher Friedhof eine wichtige Begegnungsstätte und der weite Weg zum Westfriedhof gerade für die Älteren viel zu strapaziös, erinnert sich der ehemalige Ortsvorsteher an die wichtigen Argumente.
Gute Kontakte zu Dezernenten oder Amtsleitern der Stadt zu pflegen, sei die eine Seite gewesen. Doch für ebenso wichtig hält Saure: „Der Ortsvorsteher muss ein offenes Ohr für die Bevölkerung haben. Zuhören zu können, das hat mir am meisten geholfen.“

Bad Wilhelmshöhe war und ist seit 80 Jahren das Zuhause
Kam da überhaupt mal der Gedanke, nicht in Wilhelmshöhe leben zu wollen? „Nein, das war nie ein Thema“, lächelt Saure. Selbst als er viele Jahre auch in Darmstadt gearbeitet habe, sei er gependelt. „Dabei hätte ich es mir leichter gemacht, wenn ich dorthin gegangen wäre.“ Wilhelmshöhe sei schon etwas Besonderes. Aber nicht nur, weil im Vergleich zu anderen Stadtteilen „hier ein beachtlicher Teil der wohlhabenden Menschen –wie übrigens auch in Harleshausen– wohnt“. Eine durchaus gemischte Bevölkerung könne man in Alt-Wahlershausen finden, ergänzt Saure und appelliert: „Man sollte Wilhelmshöhe nicht auf dieses Image reduzieren!“

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"Touristen haben in Bad Wilhelmshöhe Platz zum Bummeln und Flanieren. Bad Wilhelmshöhe ist Kunst- und Kulturstandort, Stadtgeschichte ist in vielen Ecken lebendig und sichtbar, die medizinische Versorgung ist hervorragend."
Ihr Siegfried Putz,
Vorsitzender der IGW

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